29. Oktober 2010

Die Ich-Aktie – Wie man seine Karriere lenkt

Mit “Die Ich-Aktie – Wie man seine Karriere lenkt.” ist im Jahr 2000 ein interessantes Buch zu dem Thema dieses Blogs erschienen. Es handelt sich hier nicht um einen herkömmlichen Management-Ratgeber, das Buch des Autorenduos, Werner Lanthaler und Johanna Zugmann, ist vielmehr eine fundierte Abrechnung mit alteingesessenen Karrierevorstellungen.

Ein Werk über die Gegenwart des Karrierelebens

Einige wenige Leser urteilten nicht sonderlich angetan über das Buch der beiden österreichischen Autoren. Es wirkt auf den ersten Blick auch eher wie ein auf Hochglanz polierter Ratgeber. Das Cover kommt mit einer Spiegel-Folie daher, in die die Namen der Autoren gestanzt worden sind, und der Buchrücken zeigt einen weißen Titel auf rot-goldenem Hintergrund. Trotz der Gestaltung und des Titels erwartet den Leser oder, im Falle des ebenfalls erschienen Hörbuchs, den Hörer eine schonungslose Konfrontation eines verbreiteten und veralteten Karrieredenkens mit der Gegenwart, die 2000 bereits der von 2010 sehr ähnlich war. Während weiterhin viele Menschen vor dem Berufseinstieg davon ausgehen, das sie nach der Ausbildung mit solch einem Einstieg unmittelbar rechnen könnten. Diesen Berufsstart sehen diese Menschen dann auch als Startschuss für eine Karriere innerhalb der gleichen Firma, mit einer zu erklimmenden und erklimmbaren Karriereleiter und einem recht sorglosen Ruhestand. Während viele früh die traurige Wahrheit ihres Irrtums erkennen, halten einige an den veralteten Vorstellungen fest. Mit viel Glück erfüllen sich diese Vorstellungen dann auch, aber das ist immer seltener der Fall.

Positive Beispiele

Die Gegenwart lässt uns nicht mehr mit der klassischen Reihenfolge – Ausbildung, Karriere, Rente – rechnen. Dies ist aber kein Grund zum Verzagen. Lanthaler und Zugmann nennen berühmte Beispiele für Ich-Aktionäre. Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Moderator Stefan Raab sind beide sehr erfolgreiche Vertreter dieser Gruppe. Die “Ich-Aktie – Wie man seine Karriere lenkt.” erklärt, dass man seinen eigenen “Aktienwert” bestmöglich steigern muss, um das Interesse der Firmenchefs auf sich zu ziehen. Man sollte nicht nur den eigenen Lebenslauf aufwerten, sondern sich auch selbst mehr als sein eigener Chef betrachten, der das Unternehmen “Ich” stets auf Vordermann halten muss, um sich für eine Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen attraktiv zu machen und zu halten.

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