31. August 2010

In den USA geboren – um zu laufen

Es wäre wohl verfehlt, zu behaupten, Bruce Springsteen sei am Ende gewesen, als er eines seiner legendärsten Alben veröffentlichte, das vermutlich das wichtigste seiner Karriere wurde. Doch die Dienge standen nicht einfach für ihn.

Er hatte schon zwei Alben aufgenommen und herausgebracht, nämlich „Greetings from Asbury Park, N.J.“ und „The Wild, the Innocent & the E-Street Shuffle“, die ihn beide zum Liebling der Kritiker machte. Allein, sie verkauften sich nicht. Trotz aller Arbeitsamkeit, trotz allen Fleißes, den „the boss“ an den Tag legte, erregten seine Schallplatten bei den Käufern nicht eben das größte Aufsehen. Die Single „Blinded By The Light“ vom Debüt, das im Sommer 1972 aufgenommen und am Anfang des Folgejahres veröffentlicht wurde, ist zwar eines der berühmtesten Lieder der 1970er Jahre, aber wurde erst eine halbe Dekade nach der Aufnahme ein Hit, und zwar nicht in der Aufnahme des Songwriters selber, sondern in der Version von Manfred Mann. Nachdem dann der Titeltrack zum nächsten Album, „Born To Run“, aufgenommen ward, liefen ihm auch noch der Schlagzeuger und der Pianist davon – ein herber Schlag, ohne Zweifel. Doch trotzdem war Springsteen die Hoffnung der Musik, zumindest, wenn man dem damaligen Journalisten Jon Landau Glauben schenken darf, der gern mit den Worten zitiert wird: “I saw rock and roll future and its name is Bruce Springsteen”. Er sollte für eine Weile gewissermaßen Recht behalten, und hat nicht nur durch seine Lobeshymne auf den aufstrebenden Musiker an dessen Erfolg mit gearbeitet; nein, er ist auch als Co-Produzent des Albums in Erscheinung getreten. Dieses Album war das erstes von Springsteen, das die amerikanischen (und englischen) Top Ten knacken sollte. Bald kamen auch die spitzen der Europäischen Charts hinzu; nach seinem größten Erfolg „Born In The USA“ im Jahre 1984, das in Amerika, England und den deutschsprachigen Ländern gleichermaßen überall die Chartspitzen erreichte, gab es nur noch ein Album, das in den genannten Ländern nicht unter die zehn meist verkauften Platten kam. Denn das John-Steinbeck-inpirierte „The Ghost Of Tom Joad“ schaffte es nur in der Schweiz auf den achten Platz; in den anderen Ländern reichte es nur für Hitlistenpositionen zwischen 11 und 22. Alle anderen neun Alben seit 1984 waren Top-Erfolge – das Rechnungswesen der Firma Springsteen hat also nur Positives zu vermelden.

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